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Ratgeber

Produktfotos retuschieren: sauber, einheitlich und ehrlich

Beim Retuschieren von Produktfotos werden Hintergrund, Licht, Farben und kleine Störungen wie Staub oder Spiegelungen korrigiert, damit alle Bilder einheitlich und sauber wirken. Das Produkt selbst muss dabei so aussehen, wie es geliefert wird. Google verbietet in Produktbildern unter anderem Wasserzeichen, Werbetexte und Rahmen und empfiehlt, dass das Produkt 75 bis 90 Prozent des Bildes füllt.

Produktfotografin um die dreißig richtet eine Keramikvase auf einem weißen Fototisch unter zwei Softboxen aus
Bild: KI-generiert

Im Onlineshop ersetzt das Produktfoto den Blick ins Regal. Kunden können die Ware nicht anfassen, also entscheiden sie nach dem Bild. Gute Retusche sorgt dafür, dass Produktfotos sauber, einheitlich und scharf wirken. Zu viel Retusche zeigt ein Produkt, das es so nicht gibt, und führt zu Rücksendungen und Ärger. Diese Seite zeigt, welche Bearbeitungsschritte bei Produktfotos üblich sind, welche Vorgaben Google für Produktbilder macht und wo die Grenze zwischen Verbessern und Verfälschen liegt.

Gute Retusche beginnt beim Foto

Je besser das Ausgangsfoto, desto weniger Arbeit macht die Retusche. Gleichmäßiges, weiches Licht, ein ruhiger Hintergrund, ein Stativ und eine feste Position für Kamera und Produkt sparen später Stunden. Wer viele Produkte fotografiert, sollte Abstand, Winkel und Licht einmal festlegen und dann für alle Artikel gleich lassen. So passen die Bilder im Shop zusammen, und die Nachbearbeitung lässt sich zum großen Teil gleich gestalten.

Weißer Fototisch mit Stativ, Mikrofasertuch und Fusselrolle neben einem Paar Lederschuhe
Bild: KI-generiert

Reinige das Produkt vor dem Foto. Fingerabdrücke auf Glas, Fussel auf Stoff und Staub auf dunklen Flächen lassen sich zwar entfernen, kosten aber bei jedem Bild Zeit. Ein Mikrofasertuch und eine Fusselrolle neben dem Fototisch sind die günstigste Retusche.

Die üblichen Bearbeitungsschritte

Bei den meisten Produktfotos laufen dieselben Schritte in derselben Reihenfolge. Zuerst werden Weißabgleich und Belichtung korrigiert, damit Farben stimmen und das Bild weder zu dunkel noch zu hell ist. Dann folgt das Freistellen: Das Produkt wird vom Hintergrund gelöst und auf einen einheitlichen Hintergrund gesetzt. Danach werden Störungen entfernt, etwa Staub, Kratzer am Ausstellungsstück, Spiegelungen der Lampe oder Falten in einem Etikett. Zum Schluss wird das Bild auf das Format des Shops zugeschnitten, geschärft und für das Web exportiert.

Schlichte Glasflasche ohne Etikett mit weichen Spiegelungen auf hellgrauer Fläche, am Rand ein Kameragurt
Bild: KI-generiert

Bei Kleidung kommen oft weitere Schritte dazu, zum Beispiel der Ghost-Mannequin-Effekt, bei dem die Schaufensterpuppe aus dem Bild entfernt wird und das Kleidungsstück trotzdem seine Form behält. Bei Schmuck und Glas sind Spiegelungen die größte Herausforderung. Hier hilft es, schon beim Fotografieren mit großen, weichen Lichtquellen und schwarzen oder weißen Karten zu arbeiten, die unerwünschte Reflexe abschirmen. Was bei der Aufnahme gelingt, muss später nicht Pixel für Pixel korrigiert werden.

Video zu deinem Thema? Jan macht das.

Schreib Jan, worum es gehen soll. Die Anfrage geht an 301@seo-manager.info, die Abstimmung läuft über SEO NW.

Ein einheitlicher Look im Shop

In einer Kategorieseite stehen Dutzende Produkte nebeneinander. Wenn ein Bild bläulich, das nächste gelblich und das dritte zu dunkel ist, wirkt der Shop unruhig, auch wenn jedes Bild für sich in Ordnung wäre. Lege deshalb einmal fest, wie deine Produktbilder aussehen sollen: Hintergrundfarbe, Abstand des Produkts zum Rand, Schattenwurf, Seitenverhältnis und Blickwinkel. Schreib diese Regeln auf, damit auch neue Fotos in einem Jahr noch dazu passen.

Für Retusche in größerer Menge lohnt sich eine Vorlage im Bildprogramm, die Zuschnitt, Größe und Export automatisch erledigt. Die eigentliche Retusche, also das Entfernen von Staub oder Spiegelungen, bleibt Handarbeit am einzelnen Bild. Wir arbeiten große Bildmengen in Stapeln nach Produktart ab, weil sich Schmuck, Textilien und Technik jeweils ähnlich bearbeiten lassen.

Was Google bei Produktbildern verlangt

Wer Produkte über Google Shopping anbietet, muss die Vorgaben des Merchant Centers einhalten. Produktbilder dürfen dort unter anderem keine Wasserzeichen, Copyright-Symbole, nachträglich eingefügten Logos, Werbetexte, Preis- oder Versandangaben und keine Rahmen enthalten [1]. Platzhalterbilder und Illustrationen, die das echte Produkt nicht zeigen, sind ebenso ausgeschlossen wie Gegenstände, die nicht mit dem Produkt verkauft werden [1].

Google empfiehlt, dass das Produkt 75 bis 90 Prozent des Bildes füllt [1]. Für jede Variante empfiehlt Google ein eigenes Bild, das genau diese Farbe, dieses Muster und dieses Material zeigt [1]. Als Mindestgröße nennt Google 500 mal 500 Pixel, verpflichtend ab dem 31.01.2027, und empfiehlt mindestens 1.500 mal 1.500 Pixel [1]. Die Höchstgrenze liegt bei 64 Megapixeln und 16 MB je Datei [1].

VorgabeWert laut Google Merchant Center
Mindestgröße500 x 500 Pixel (verpflichtend ab 31.01.2027)
Empfohlene Größemindestens 1.500 x 1.500 Pixel
Höchstgröße64 Megapixel und 16 MB
Empfohlener Anteil des Produkts75 bis 90 Prozent des Bildes
FormateJPEG, WebP, PNG, GIF, BMP, TIFF

Auch wer nicht über Google Shopping verkauft, fährt mit diesen Regeln gut.

Die Grenze: verbessern, nicht verfälschen

Retusche darf das Bild verbessern, aber nicht das Produkt verändern. Staub und Spiegelungen zu entfernen ist in Ordnung. Eine Delle wegzustempeln, die jedes Exemplar hat, eine Farbe kräftiger zu machen, als sie ist, oder eine Naht zu glätten, die in Wirklichkeit unregelmäßig ist, ist es nicht. Kunden reklamieren dann zu Recht.

Zwei gleiche Wollpullover nebeneinander auf einem Holztisch, einer leicht zerknittert, einer glatt
Bild: KI-generiert

Dazu kommt das Wettbewerbsrecht. Nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb handelt unlauter, wer eine irreführende geschäftliche Handlung vornimmt, und dazu zählen irreführende Angaben über wesentliche Merkmale einer Ware wie ihre Beschaffenheit [2]. Ein Produktfoto, das eine andere Beschaffenheit zeigt als die gelieferte Ware, kann darunterfallen. Ob ein bestimmtes Bild irreführend ist, ist im Einzelfall rechtlich zu beurteilen. Als Faustregel gilt: Das Produkt auf dem Bild muss dem Produkt im Paket entsprechen.

KI-Werkzeuge in der Retusche

Freistellen, Hintergründe entfernen und kleine Störungen beseitigen geht mit KI-Werkzeugen heute deutlich schneller als früher. Google bietet mit Product Studio selbst Funktionen an, die Auflösung erhöhen, Hintergründe entfernen und neue Szenen erzeugen können [1]. Wichtig: KI-generierte Bilder müssen im Merchant Center ihre IPTC-Metadaten wie DigitalSourceType behalten, sie dürfen nicht entfernt werden [1]. Mehr dazu steht im Ratgeber KI-Bilder und KI-Video im Unternehmen.

Prüfe KI-Ergebnisse bei Produktfotos besonders genau. Automatisches Freistellen schneidet gern feine Details ab, etwa Fransen, Haare an Pinseln oder dünne Kabel. Erzeugte Szenen dürfen kein Zubehör zeigen, das nicht mitgeliefert wird.

Produktfotos für die Website vorbereiten

Nach der Retusche kommt der Export. Für den Shop brauchst du meist mehrere Größen: ein großes Bild für die Zoom-Ansicht, ein mittleres für die Produktseite und kleine Vorschaubilder für Kategorie und Suche. Moderne Formate wie WebP sparen Ladezeit. Benenne die Dateien sprechend, zum Beispiel nach Produktname und Farbe, und vergib Alt-Texte, die das Produkt beschreiben. Wie das im Einzelnen geht, zeigen die Ratgeber Bilder für Websites optimieren und Alt-Texte für Bilder schreiben.

Wer neben Fotos auch bewegte Bilder zeigen will, findet im Ratgeber Produktvideos für Onlineshops Hinweise zu Videos auf der Produktseite.

Die Retusche selbst übernimmst du oder dein Fotograf, SEO NW bietet keine Fotobearbeitung an. Willst du deine Produkte zusätzlich im Video zeigen, von allen Seiten und in Benutzung? Frag bei Jan an. Er dreht bei SEO NW Produktvideos und schätzt den Aufwand, bevor er beginnt. Was ein Produktvideo leisten kann, steht im Ratgeber Produktvideos für Onlineshops. Abgerechnet wird nach Stunden zum Satz von 200 Euro netto montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr.

  1. Organisation Bildlink (image_link). Google Merchant Center-Hilfe. Stand 2026. abgerufen am 30.10.2026
  2. Gesetz § 5 UWG Irreführende geschäftliche Handlungen. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand aktuelle Fassung. abgerufen am 30.10.2026

Häufige Fragen

Darf ich Produktfotos retuschieren?

Ja, solange das Produkt so aussieht, wie es geliefert wird. Staub, Spiegelungen und Hintergrund zu korrigieren ist üblich. Eigenschaften des Produkts zu verändern kann irreführend sein.

Welche Größe brauchen Produktbilder für Google Shopping?

Google nennt als Mindestgröße 500 mal 500 Pixel, verpflichtend ab dem 31.01.2027, und empfiehlt mindestens 1.500 mal 1.500 Pixel. Die Höchstgrenze liegt bei 64 Megapixeln und 16 MB.

Darf mein Logo auf dem Produktbild stehen?

Im Google Merchant Center nicht, wenn es nachträglich eingefügt wurde. Erlaubt ist ein Logo nur, wenn es physisch zum Produkt gehört.

Wie viel Platz soll das Produkt im Bild einnehmen?

Google empfiehlt, dass das Produkt 75 bis 90 Prozent des Bildes füllt.

Kann ich Produktfotos mit KI bearbeiten?

Ja, zum Freistellen und für kleine Korrekturen. KI-generierte Bilder müssen im Merchant Center ihre IPTC-Metadaten behalten. Prüf die Ergebnisse genau auf abgeschnittene Details.

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