Ein Video Drehbuch ist der Bauplan eines Videos. Es legt fest, welche Bilder in welcher Reihenfolge kommen, was gesprochen wird und wie lange jede Szene dauert. Davor steht das Videokonzept, das eine einfachere Frage beantwortet: Wozu soll das Video da sein? Die meisten Videos, die am Ende niemand ansieht, scheitern schon an dieser ersten Frage.
Dieser Ratgeber führt durch beide Schritte. Er passt für Erklärvideos, Produktvideos, kurze Clips für soziale Netzwerke und Imagefilme.
Was ins Videokonzept gehört
Ein Konzept passt auf eine Seite. Es beantwortet sechs Fragen, bevor irgendjemand eine Kamera einschaltet:
- Ziel: Was soll jemand nach dem Video tun, wissen oder anders sehen?
- Zielgruppe: Wer schaut, und was weiß diese Person schon?
- Kernaussage: Welcher eine Satz soll hängen bleiben?
- Ort: Wo läuft das Video, auf der Website, auf YouTube, in einem Feed oder auf einer Messe?
- Format und Länge: Querformat oder Hochformat, 30 Sekunden oder fünf Minuten?
- Handlungsaufforderung: Was ist der nächste Schritt nach dem Video?
Die Antwort auf die Ortsfrage bestimmt vieles andere. YouTube Shorts dürfen bis zu drei Minuten lang sein und müssen quadratisch oder hochkant sein [1]. Ein Erklärvideo auf der Produktseite darf länger laufen, weil die Zuschauer gezielt gekommen sind. Wie die Länge mit dem Ziel zusammenhängt, steht im Ratgeber Wie lang sollte ein Firmenvideo sein?
Die Kernaussage nach vorne
Zuschauer steigen früh aus. Der Videodienst Wistia hat für seinen State of Video Report die Videos seiner Kunden ausgewertet: Die höchste durchschnittliche Engagement-Rate liegt bei rund 50 Prozent, manche Zuschauer sehen also nicht über die Hälfte hinaus. Wistia rät deshalb, die wichtigsten Punkte früh im Video zu bringen [2]. Für Erklär- und Lernvideos von einer bis fünf Minuten nennt Wistia ebenfalls, dass die meisten Zuschauer etwa zur Hälfte abspringen [3].
Für das Drehbuch heißt das: Die Kernaussage steht in den ersten Sekunden. Ein bewährter Aufbau für kurze Firmenvideos ist:
- Einstieg: das Problem oder die Frage, die der Zuschauer hat.
- Antwort: die Kernaussage in einem Satz.
- Belege: zwei oder drei Szenen, die zeigen, wie es funktioniert.
- Abschluss: der nächste Schritt, gesprochen und als Einblendung.
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Vom Konzept zum Drehbuch
Das Drehbuch übersetzt das Konzept in Szenen. Für Firmenvideos hat sich eine Tabelle mit vier Spalten bewährt, weil jeder Beteiligte sofort sieht, was wann passiert:

| Szene | Bild | Ton | Dauer |
|---|---|---|---|
| 1 | Werkstatt, Hände an einem Bauteil | Sprecher: die Frage des Kunden | 5 Sekunden |
| 2 | Produkt in Nahaufnahme | Sprecher: Kernaussage | 8 Sekunden |
| 3 | Produkt im Einsatz | Musik, Geräusch der Maschine | 12 Sekunden |
| 4 | Einblendung mit Website | Sprecher: nächster Schritt | 5 Sekunden |
Die Spalte Bild beschreibt, was zu sehen ist, so konkret, dass jemand anderes es drehen oder animieren könnte. Die Spalte Ton enthält den gesprochenen Text wörtlich, dazu Musik und Geräusche. Die Dauer ergibt sich aus dem Text: Lies ihn laut und in normalem Tempo mit der Stoppuhr. Was beim Vorlesen gehetzt klingt, ist zu lang.
Bei animierten Erklärvideos folgt auf das Drehbuch oft ein Storyboard, eine Reihe einfacher Skizzen je Szene. Es zeigt Bildaufbau und Übergänge, bevor Zeit in die Animation fließt. Bei Videos mit echten Aufnahmen reicht häufig eine Drehliste, die alle Einstellungen nach Drehort sortiert.
Den Sprechertext schreiben
Gesprochener Text funktioniert anders als ein Text zum Lesen. Ein paar Regeln helfen:
- Kurze Sätze mit einer Aussage. Nebensätze, die man beim Lesen leicht überspringt, verliert man beim Hören.
- Sprich den Zuschauer direkt an, so wie im Gespräch.
- Zahlen sparsam einsetzen und runden, wenn es die Aussage erlaubt.
- Das Bild nicht beschreiben, wenn es ohnehin zu sehen ist. Der Text ergänzt, was das Bild nicht zeigt.
- Fachwörter nur, wenn die Zielgruppe sie kennt. Sonst einmal erklären.
Der Text sollte von jemandem gegengelesen werden, der das Thema nicht kennt. Wer beim zweiten Satz nachfragen muss, zeigt dir, wo das Video Zuschauer verliert.
Untertitel gleich mitplanen
Viele Videos laufen ohne Ton, etwa im Feed eines sozialen Netzwerks oder im Großraumbüro. Untertitel sind außerdem eine Frage der Barrierefreiheit: Die Richtlinien für barrierefreie Webinhalte des W3C verlangen Untertitel für alle aufgezeichneten Audioinhalte in Videos, damit gehörlose und schwerhörige Menschen sie verstehen [4]. Wistia beobachtete, dass 2023 deutlich mehr Unternehmen ihre Videos untertitelt haben als im Jahr davor [2].

Wer Untertitel schon im Drehbuch bedenkt, schreibt Einblendungen so, dass sie nicht mit den Untertiteln kollidieren, und lässt im unteren Bildbereich Platz. Mehr dazu im Ratgeber Untertitel und Transkripte für Videos.
Rechte vor dem Dreh klären
Drei Rechtefragen gehören ins Konzept, weil sie sich nach dem Dreh nur noch teuer lösen lassen.

Personen: Bildnisse dürfen nach § 22 Kunsturhebergesetz nur mit Einwilligung der abgebildeten Person verbreitet oder öffentlich gezeigt werden [5]. Wer Beschäftigte, Kunden oder Passanten erkennbar filmt, holt die Einwilligung vorher ein, am besten schriftlich und mit Angabe, wo das Video laufen soll.
Musik: Musik ist urheberrechtlich geschützt. YouTube weist darauf hin, dass für urheberrechtlich geschütztes Material ein Content-ID-Anspruch erhoben werden kann und das Video bei einer gültigen Beschwerde entfernt werden kann [1]. Musik kommt deshalb aus einer Quelle, deren Lizenz die geplanten Plattformen abdeckt.
Bilder und Logos: Fremde Fotos, Grafiken oder Markenzeichen im Bild brauchen eine Erlaubnis. Das betrifft auch Plakate oder Bildschirme, die zufällig im Hintergrund zu sehen sind.
Für die Suche mitdenken
Ein Video, das auf der Website oder auf YouTube gefunden werden soll, braucht schon im Konzept einen Suchbegriff. Er gehört in den Titel, in die ersten Sätze der Beschreibung und, wenn es natürlich klingt, in den Sprechertext. Längere Videos teilst du im Drehbuch in Abschnitte auf, die später als Kapitel dienen. Wie Google und YouTube Videos einordnen, erklären die Ratgeber Video SEO: Videos in Google sichtbar machen und YouTube SEO für Unternehmen. Eine kurze Erklärung zu YouTube als Suchmaschine steht im Glossar unter YouTube.
Typische Fehler im Drehbuch
- Zu viele Botschaften in einem Video. Jede weitere Aussage schwächt die erste.
- Ein langer Vorspann mit Logo-Animation, bevor die Kernaussage kommt.
- Sprechertext, der vorliest, was ohnehin im Bild steht.
- Keine Handlungsaufforderung am Ende oder eine, die nicht zum Ort passt.
- Rechte an Musik und Personen werden erst beim Schnitt geklärt.
Du hast eine Idee, aber noch kein Drehbuch? Jan schreibt mit dir das Konzept, setzt es in Szenen um und produziert das Video. Schick Jan dein Ziel und den geplanten Einsatzort, dann bekommst du einen Vorschlag für Aufbau und Länge. Wie die Zusammenarbeit abläuft, steht unter Ablauf einer Videoproduktion.
- Organisation YouTube-Shorts hochladen. YouTube-Hilfe, Google. Stand laufend. abgerufen am 30.10.2026
- Studie Top 5 Insights from Wistia's 2024 State of Video Report. Wistia, Sam Balter. Stand 15.04.2024. abgerufen am 30.10.2026
- Studie How to Choose the Right Marketing Video Length for Any Goal. Wistia, Ezra Fishman und Chiara Hoogervorst. Stand 01.07.2025. abgerufen am 30.10.2026
- Organisation Understanding Success Criterion 1.2.2: Captions (Prerecorded). W3C Web Accessibility Initiative. Stand WCAG 2.2. abgerufen am 30.10.2026
- Gesetz § 22 Kunsturhebergesetz. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand aktuelle Fassung. abgerufen am 30.10.2026
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Videokonzept und Drehbuch?
Das Konzept legt fest, wozu das Video da ist: Ziel, Zielgruppe, Kernaussage, Einsatzort, Format und Länge. Das Drehbuch setzt das in Szenen um und beschreibt für jede Szene Bild, Ton und Dauer.
Wie lang sollte der Sprechertext sein?
Das hängt von der geplanten Länge ab. Lies den Text in normalem Tempo laut vor und stopp die Zeit. Klingt er gehetzt, kürze ihn, bis er ruhig in die geplante Dauer passt.
Brauche ich für ein Erklärvideo ein Storyboard?
Bei animierten Videos lohnt es sich fast immer, weil Skizzen je Szene zeigen, ob Bildaufbau und Übergänge funktionieren, bevor die Animation beginnt. Bei Aufnahmen mit Kamera reicht oft eine Drehliste.
Muss ich Mitarbeitende fragen, bevor ich sie filme?
Ja. Nach § 22 Kunsturhebergesetz dürfen Bildnisse nur mit Einwilligung verbreitet oder öffentlich gezeigt werden. Hol die Einwilligung vor dem Dreh ein und nenne darin, wo das Video veröffentlicht wird.
Wann plane ich Untertitel ein?
Schon im Drehbuch. Dann lässt du im unteren Bildbereich Platz und vermeidest Einblendungen, die sich mit den Untertiteln überschneiden.
Video anfragen bei Jan
Schreib Jan, worum es gehen soll. Die Anfrage geht an 301@seo-manager.info, die Abstimmung läuft über SEO NW.
Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.

